Frankreich als Monarchie
Mit der Regentschaft des Königs Ludwig VI. begann im Jahr 1106 der rasante Aufstieg der Kapetinger-Monarchie. Im Laufe des 12. Jahrhunderts, in dem der Einfluss des Katholizismus und damit des Papstes in Frankreich deutlich zunahm, wurden die ersten Kathedralen und Basiliken gebaut, die auch heute noch zu bewundern sind, so z.B. die Basilika St. Denis in der Nähe von Paris, der heutigen Hauptstadt von Frankreich.
Gegen Mitte des 12. Jahrhunderts kam es zum ersten größeren Konflikt zwischen den Königshäusern in Frankreich und England. Im Jahr 1152 heiratete Eleonore von Poitou und Aquitanien den späteren König von England, Heinrich Plantagenet, den Grafen von Anjou, Maine und Touraine. Eine besondere Brisanz erhielt die Heirat dadurch, dass Eleonore zuvor mit Ludwig VII, dem König von Frankreich verheiratet war und ein Großteil des Königreichs nach der Krönung Heinrichs im Jahr 1154 an England ging. Erst gut hundert Jahre später, ab dem Jahr 1259, hatten sich die Franzosen das verlorene Terrain wieder zurückerobert, nachdem erste Gebiete bereits in der “Schlacht bei Bouvines“ im Jahre 1214 wieder an Frankreich gegangen waren.
Auch wenn weitere Eigentumswechsel verschiedener Gebiete und Regionen zwischen Frankreich und England auch während der folgenden Jahrhunderte mehr oder weniger an der Tagesordnung waren, kommt dem 14. Jahrhundert eine ganz besondere Bedeutung zu. Im Jahr 1303 nimmt der damalige König von Frankreich, Philipp der Schöne, sogar den Papst gefangen und macht die Kirche damit in weiten Teilen von Frankreich abhängig. Diese mehr als 100 Jahre währende Epoche der Kirchengeschichte sollte als “Babylonische Gefangenschaft“ in die Geschichte eingehen, wodurch der Einfluss der Kirche in ganz Europa deutlichen Schaden nahm.
Ein weiteres, sehr bekanntes Kapitel französischer Geschichte stellt der “Hundertjährige Krieg“ zwischen Frankreich und England dar. Nach dem Tod von Karl IV. im Jahr 1328 war die glorreiche Karpetinger-Monarchie am Ende. Philipp von Valois wurde zwar zum Nachfolger gewählt, aber auch England meldete Ansprüche auf den französischen Thron an, weshalb es zwischen 1339 und 1453 zum “Hundertjährigen Krieg“ kam.
Wie es in Kriegen auch heute noch der Fall ist, brachten die Kämpfe unvorstellbares Leid über die Bevölkerung, insbesondere natürlich in Frankreich, da sich dort die zentralen Kampfhandlungen abspielten. Nach den über 100 Jahren Krieg, mit ganz kurzen Unterbrechungen, befanden sich beide Königshäuser mehr oder weniger wieder auf dem Ausgangsstand, außer dass sich England etwa das untere Drittel der Atlantikküste dauerhaft sichern konnte.