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Frankreich seit dem 20. Jahrhundert

Der Erste Weltkrieg, der von 1914 – 1918 dauerte, stellt das erste einschneidende Ereignis in der französischen Geschichte des 20. Jahrhunderts dar. Von Beginn an war Frankreich am Kriegsgeschehen beteiligt und kämpfte an der Seite von Russland, Serbien und Großbritannien gegen die Koalition aus dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn. Durch den späteren Kriegseintritt weiterer Großmächte, z.B. der USA, auf der Seite Frankreichs zeichnete sich schon bald ab, welche Seite den Ersten Weltkrieg für sich würde entscheiden können. Im Versailler Vertrag, der in der gleichnamigen Stadt in Frankreich geschlossen wurde, bestimmten die Siegermächte die Bedingungen für einen Frieden, den die Gegenseite wohl oder übel akzeptieren musste. Durch die Rückgewinnung der zuvor zum Deutschen Reich gehörenden Regionen Elsass und Lothringen bekam die Landkarte Frankreichs allmählich ihr heutiges Aussehen.

In den 1920er-Jahren war Frankreich verstärkt, vor allem nach den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs, an einer Friedenspolitik mit seinen Nachbarn interessiert, insbesondere mit Deutschland. Entsprechende Vereinbarungen zwischen Frankreich und Deutschland, das inzwischen eine Republik war, wurden im sogenannten Locarnovertrag aus dem Jahr 1925 festgehalten. Während der 1930er-Jahre versuchten in Frankreich aktive Faschistenbewegungen mehrfach, die politische Macht an sich zu reißen, was jedoch immer wieder scheiterte. Trotz des grundsätzlichen Vorsatzes, sich künftig nicht mehr an kriegerischen Auseinandersetzungen zu beteiligen, sah sich Frankreich nach dem deutschen Einmarsch in Polen unter Adolf Hitler dazu gezwungen, im September 1939 in den Zweiten Weltkrieg einzutreten. Damit war Frankreich auch dieses Mal von der ersten Stunde an im Krieg vertreten.

Einmal mehr kämpfte Frankreich an der Seite Großbritanniens, Russlands und der USA gegen Hitler-Deutschland, das in den Anfangsjahren noch von Italien und dessen faschistischem Diktator Mussolini unterstützt worden war. Auf französischem Boden spielten sich bis zum Jahr 1945, dem Ende des Zweiten Weltkriegs, eine Reihe entscheidender Schlachten ab. Zu Beginn konnten die deutschen Truppen über Hälfte des französischen Staatsgebiets erobern, bevor der Zweite Weltkrieg ab 1942/43 eine entscheidende Wende nahm, die schließlich in der Niederlage Deutschlands mündete.

Im Jahr 1949 war Frankreich ebenso Gründungsmitglied der NATO wie 1957 bei der EWG, dem Vorgänger der heutigen EU. Die internationalen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland wurden bis zum heutigen Tage immer weiter ausgebaut und gelten inzwischen in ganz Europa als beispielhaft.