Geteiltes Echo auf Sicherheitskontrollen am Flughafen Paris

20.10.2009 in der Kategorie: Frankreich Infrastruktur

Am Flughafen Roissy-Charles de Gaulle in Paris wurde vor wenigen Tagen ein neues Sicherheitssystem in Betrieb genommen, bei dem die Fingerabdrücke von Passagieren gespeichert werden, die in die EU einreisen oder die EU verlassen. Frankreich bildet die westliche Grenze der EU und ist als solche ein besonders beliebtes Ziel für illegale Einwanderer oder Menschenschmuggler. Diese Tatsache mache die Einführung der Sicherheitskontrollen per Fingerabdruck unumgänglich, so Eric Besson, der Einwanderungsminister von Frankreich. Für EU-Bürger ist die Abgabe des Fingerabdrucks freiwillig, soll aber in jedem Fall eine schnellere Abwicklung der Kontrollen am Flughafen Roissy-Charles de Gaulle in Paris garantieren. Trotz der erkennbaren Vorteile, die die neuen Sicherheitskontrollen auf dem Flughafen in Paris mit sich bringen, stößt die Speicherung der Fingerabdrücke in Frankreich auf ein geteiltes Echo. Vor allem Datenschützer und Bürgerrechtler machen gegen den technischen Fortschritt bei den Grenzkontrollen mobil. So lautet einer der Vorwürfe, dass Frankreich auf diese Weise an die Fingerabdrücke von hunderttausenden Bürgern kommen wolle und diese damit auf eine Stufe mit Kriminellen stelle. Jean-Pierre Dubois von der Menschenrechtsorganisation LDH sieht sich nicht zuletzt deshalb in seiner Annahme bestätigt, weil am Pariser Flughafen Roissy-Charles de Gaulle acht Fingerabdrücke gespeichert werden, was aus seiner Sicht nicht notwendig sei. Unterstützung erhalten die Behörden in Frankreich jedoch ausgerechnet vom CNIL, den obersten Datenschützern des Landes. Das CNIL habe die Sicherheitskontrollen am Flughafen in Paris in vollem Umfang genehmigt, wie Besson seinen Kritikern entgegnet. Sobald sich das System am Flughafen Roissy-Charles de Gaulles bewährt hat, soll es in ganz Frankreich Verwendung finden.

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