EU übernimmt Idee für Kulturerbe-Siegel von Frankreich
Veröffentlicht: 17.03.2010 in der Kategorie: Frankreich Kultur
Frankreich gehörte im Jahr 2006 neben den beiden weiteren EU-Staaten Spanien und Ungarn zu den Initiatoren für ein europaweit gültiges Siegel, mit dem bedeutende Kulturstätten gekennzeichnet werden sollen. In der vergangenen Woche hat die EU nun bestätigt, dieses Kulturerbe-Siegel übernehmen und spätestens bis zum Jahr 2012, eher aber schon 2011, einführen zu wollen. Auch wenn das geplante Kulturerbe-Siegel der EU auf den ersten Blick dem UNESCO Weltkulturerbe sehr ähnlich scheint, gibt es bei den Kriterien für die Vergabe grundlegende Unterschiede.
Während die UNESCO bei der Auswahl ihres Kulturerbes vor allem auf die Schönheit der Sehenswürdigkeiten achtet, soll bei der EU alleine die symbolische Bedeutung der betreffenden Stätte für Europa als Maßstab gelten. Bei den angestrebten Zielen nähern sich UNESCO und EU hingegen wieder etwas an. So will die EU mit dem Siegel den Kulturtourismus in Europa fördern, der gerade bei den Frankreich Jugendreisen schon heute einen hohen Stellenwert genießt.
Bisher haben insgesamt 17 EU-Staaten sowie die Schweiz ihre Teilnahme am europäischen Kulturerbe-Siegel zugesagt und bei der zuständigen Kommission erste Vorschläge eingereicht. Frankreich würde demnächst gerne das Robert-Schumann-Haus bei Metz, den Papstpalast in Avignon sowie die Abtei von Cluny mit dem Kulturerbe-Siegel der EU gekennzeichnet wissen. Deutschland hat noch keine Vorschläge eingereicht, ist wie Frankreich aber Gründungsmitglied der EU und wird sich der Initiative daher sehr wahrscheinlich noch anschließen.

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