Umwelt-Maut in Frankreich kommt später

20.04.2010 in der Kategorie: Frankreich Infrastruktur

Die anfängliche Begeisterung über das Umweltprogramm namens "Grenelle de l´Environnment", mit dessen Hilfe die Straßen in Frankreich "grüner" werden sollten, ist in unserem Nachbarland längst der Enttäuschung gewichen. Nachdem die Regierung bereits von der zeitnahen Einführung einer Kohlendioxid-Steuer abrückte, soll nun auch die Umwelt-Maut für Lkw nicht schon in diesem Jahr kommen, sondern frühestens ab Sommer 2012. Ziel der Lkw-Maut für Lkw in Frankreich ist es, den Gütertransport auf umweltfreundlichere Verkehrswege umzuleiten, allen voran auf die Gleise. Die Umwelt-Maut für Lkw ist die französische Antwort auf die Lkw-Maut in Deutschland. Da immer mehr Lkw in der Grenzregion zwischen Frankreich und Deutschland auf die meist gebührenfreien National- und Departementstraßen in Frankreich ausweichen, sollen diese künftig mit einer Umwelt-Maut belegt werden. Auf den Autobahnen in Frankreich gibt es ohnehin schon eine allgemeine Maut, die von allen Verkehrsteilnehmern zu entrichten ist. Die Verschiebung der Umwelt-Maut in Frankreich, und auch hier gibt es Parallelen zur Lkw-Maut in Deutschland, wird seitens der Regierung mit "technischen Problemen" begründet. Hochrechnungen hätten jedoch ergeben, dass die Nebenstraßen durch die Umwelt-Maut um 26 % vom Lkw-Verkehr entlastet und die Autobahnen in Frankreich im Gegenzug um 17 % belastet würden. Frankreich verspricht sich dadurch Mehreinnahmen von 350 Millionen Euro pro Jahr. Der Probebtrieb soll zunächst auf den Straßen im Elsass aufgenommen werden.

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