Frankreich bestellt Equipe Tricolore zum Rapport
Die Fußball-WM in Südafrika findet seit gestern Abend ohne Frankreich und damit ohne den noch amtierenden Vize-Weltmeister aus dem Jahr 2006 statt. Ein 1:2 gegen den Gastgeber in Bloemfontein besiegelte den insgesamt blamablen Auftritt der Equipe Tricolore bei der Fußball-WM in Südafrika. Die Nationalmannschaft um Franck Ribery, Thierry Henry und Coach Raymond Domenech ist in diesen Minuten auf dem Flughafen in Paris gelandet, Skandalnudel Nicolas Anelka wurde bereits am Wochenende zurück nach Frankreich geschickt.
Zum Kicken kamen die Franzosen ohnehin nicht zur Fußball-WM in Südafrika - diesen Eindruck muss man bei objektiver Betrachtung aller Vorfälle rund um die Equipe Tricolore fast schon zwangsläufig gewinnen. Schon vor dem Turnier war klar, dass die Ära von Trainer Domenech nach der WM zu Ende gehen und dieser dann von Laurent Blanc, Mitglied der Weltmeister-Elf 1998, beerbt wird. Das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer galt indes schon lange als vergiftet, weshalb es in Südafrika zu einer Reihe von Skandalen kam, die mit Fußball wenig zu tun hatten.
Auslöser der Eskapaden war ein Streit zwischen Raymond Domenech und Nicolas Anelka in der Halbzeitpause der Partie zwischen Frankreich und Mexiko, woraufhin der Star nach Hause geschickt wurde. Das Fass zum Überlaufen brachte der darauf folgende Streik der Spieler, die am Sonntag nicht zum Training erschienen sind. Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Sportministerin Roselyne Bachelot kündigten eine umgehende Untersuchung der Vorfälle an und bereiteten die Verantwortlichen bereits auf disziplinarische Konsequenzen vor, da das nationale Ansehen und der Sport in Frankreich bei der Fußball-WM in Südafrika durch dieses Verhalten nachhaltig beschädigt worden seien.