Skuriller Miss-Streit beschäftigt Frankreich

09.12.2010 in der Kategorie: Frankreich News

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Die uns allen aus dem Märchen von Schneewittchen und den sieben Zwergen bestens bekannte Frage stellen sich aktuell auch viele Menschen in Frankreich. Konkret geht es um die schönste Frau in Frankreich, weil es in unserem Nachbarland in diesem Jahr gleich zwei Miss-Wahlen gab, noch dazu an einem Wochenende. Neben der "Miss France" wurde in diesem Jahr erstmals auch eine "Miss Nationale" gewählt. Hintergrund der doppelten Miss-Wahl in Frankreich ist ein Streit zwischen dem TV-Sender TF1, der die "Miss France" inzwischen seit mehreren Jahren kürt, und der 78-jährigen Gründerin des Schönheits-Wettbewerbs, Geneviève de Fontenay. Im Jahr 2003 verkaufte die rüstige Seniorin die Rechte der "Miss France"-Wahl an TF1, dürfte diesen Schritt aber inzwischen bitter bereuen. Fontenay wirft dem TV-Sender und der auch in Deutschland tätigen Produktionsfirma Endemol vor, grundsätzliche Werte wie Moral, Sitte und Anstand bei den Wahlen zur "Miss France" zu missachten. Das Fass zum Überlaufen brachte die "Miss France 2007", die nach ihrer Krönung in Frankreich mit allzu freizügigen Fotos auf sich aufmerksam machte. Nachdem TF1 sich weigerte, auf dieses Fehlverhalten mit der Aberkennung des Miss-Titels zu reagieren, war das Tischtuch endgültig zerschnitten. Geneviève de Fontenay rief daher die Wahl zur "Miss Nationale" aus, die von Barbara Morel aus der Provence gewonnen wurde. Laut Internet-Umfragen sind 70 % der Franzosen der Meinung, dass Morel im Vergleich zur offiziellen "Miss France", Laury Thillemann aus der Bretagne, die wahre Schönheitskönigin in Frankreich sei. Ob nun Morel oder Thillemann Frankreich bei der Wahl zur "Miss World" vertreten darf, muss wohl von den obersten Gerichten in Paris geklärt werden.

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